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wachsen können. Aber sie haben nicht vorwärts und aufwärts gedrängt,
ihre Gelegenheiten nicht genutzt, vom Erlöser mehr und immer mehr zu
lernen. Weil sie die ihnen mitgeteilten Wahrheiten nicht im Glauben an-
genommen haben, war ihr Gedächtnis schwach. Sie konnten die Wahr-
heiten, die für den Erfolg im Aufbau des Charakters wichtig waren, nicht
in ihrem Gedächtnis behalten. Der Apostel lenkt ihre Aufmerksamkeit in
dieser Beziehung auf ihren Fehler, der zu ihrer geistlichen Schwäche
wurde. Ihr Unverstand trübte ihren Blick für die Kraft Christi, sein Volk
ein Lobpreis auf Erden werden zu lassen.“
6ABC, S. 1085.
B. Wie beschreibt Paulus dieses zunehmendes Verständnis der
geistigen Dinge? Hebräer 5,14.
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„Als Mittel der Geistesbildung ist die Bibel wirksamer als jedes andere
Buch oder alle anderen Bücher zusammen. Die Erhabenheit ihrer The-
men, die würdevolle Schlichtheit ihrer Aussprüche, die Schönheit ihrer
Bildersprache beleben und erheben das Denken wie sonst nichts. Kein
anderes Studium kann solche geistige Kraft vermitteln wie das Bemü-
hen, die gewaltigen Offenbarungswahrheiten zu begreifen. Der Geist,
der so in die Gedankenwelt des Ewigen hineintaucht, muss sich ja aus-
weiten und erstarken. Noch größer aber erweist sich die Kraft der Bibel
bei der Entwicklung des geistlichen Menschen. Der zur Gottesgemein-
schaft erschaffene Mensch kommt nur in der Verbundenheit mit dem
Allmächtigen zu wirklichem Leben und zu echter Entfaltung. Da ihm be-
stimmt ist, in Gott seine höchste Freude zu erleben, kann nichts anderes
die Sehnsüchte seines Herzens zur Ruhe bringen und den Hunger und
Durst seiner Seele stillen. Wer mit aufrichtigem und gelehrigem Geist
im Worte Gottes forscht und die darin enthaltenen Wahrheiten zu ver-
stehen sucht, kommt mit dem Urheber dieses Wortes in Verbindung;
seinen Entwicklungsmöglichkeiten ist keine Grenze gesetzt es sei denn,
er selber will es. Die wichtigeren Schriftstellen, die mit der Betrachtung
verknüpft sind, sollen dem Gedächtnis nicht als Aufgabe, sondern als
eine Gnadengabe eingeprägt werden. Wenn auch zuerst das Gedächt-
nis mangelhaft sein mag, durch Übung wird es erstarken, so dass ihr
nach einer gewissen Zeit Freude daran haben werdet, auf diese Weise
die kostbaren Worte der Wahrheit zu sammeln. Diese Gewohnheit wird
sich als wertvollster Beitrag zum religiösen Wachstum erweisen.“
Coun-
sels for the Church, S. 207.