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„Da ja Gott die Quelle aller wahren Erkenntnis ist, soll es, wie wir ge-
sehen haben, das erste Anliegen der Erziehung sein, unsere Gedanken
auf die Offenbarung seines Wesens zu richten. Adam und Eva emp-
fingen Wissen durch unmittelbaren Verkehr mit Gott; sie lernten auch
durch seine Werke von ihm. Alles Erschaffene war in seiner ursprüng-
lichen Vollkommenheit ein Ausdruck der Gedanken Gottes. Für Adam
und Eva barg die Natur eine Fülle göttlicher Weisheit. Seine Übertretung
jedoch schnitt den Menschen von der Möglichkeit ab, Gott durch un-
mittelbaren Umgang und bis zu einem hohen Grade auch durch seine
Werke zu erkennen. Die durch die Sünde verderbte und verunreinigte
Erde spiegelt die Herrlichkeit des Schöpfers nur unklar wider. Zwar ist
er mit seinem Anschauungsunterricht keineswegs zu Ende: auf jeder
Seite des großen Schöpfungsbuches finden wir noch die Spuren sei-
ner Hand. Noch kündet die Natur von ihrem Schöpfer, doch sind diese
Offenbarungen nur Stückwerk und unvollkommen. Wir sind in unserem
gefallenen Zustand, mit geschwächten Kräften und beschränkter Sicht,
außerstande, sie richtig zu deuten. Wir bedürfen der völligeren Offenba-
rung des Wesens Gottes, die er in seinem geschriebenen Wort gegeben
hat.“
Erziehung, S. 14.
B. Wie sah Jesus die Unfähigkeit Seiner Jünger, etwas mehr zu er-
fahren als nur ein Teilwissen zu haben? Johannes 16,12.
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„Als zu Pfingsten der Heilige Geist auf die Jünger ausgegossen wurde,
verstanden sie die Wahrheiten viel umfassender, die Christus in seinen
Gleichnissen ausgesprochen hatte. Viele Lehren, die ihnen ein Rätsel
gewesen waren, wurden nun begreiflich. Aber selbst da empfingen die
Jünger noch nicht die vollständige Erfüllung der Verheißung Christi. Sie
erhielten zwar all das Wissen über Gott, das sie verkraften konnten,
aber die gänzliche Erfüllung der Verheißung, dass Christus ihnen den
Vater in aller Klarheit zeigen werde, stand noch aus. So ist es auch heu-
te. Unsere Gotteserkenntnis ist unvollständig und unvollkommen. Wenn
der Kampf zu Ende ist und der Menschensohn Christus Jesus vor dem
Vater seine treuen Mitarbeiter bekennt, die in einer sündigen Welt ein
wahrhaftiges Zeugnis für ihn abgelegt haben, dann werden sie vollstän-
dig begreifen, was für sie jetzt noch Geheimnisse sind.“
Auf den Spuren des
großen Arztes, S. 346.