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bereit, alles zu bekämpfen, was nicht nach ihrem Willen geschieht, auch
wenn sie sich zur Anbetung des Herrn versammeln. Hätten sie Weisheit,
dann würden sie das Ergebnis ihres eigenen unchristlichen Verhaltens
erkennen. Doch geblendet durch die Selbstverherrlichung, können sie
ihre Schwäche nicht erkennen und zeigen dadurch allen, dass man ih-
nen nicht vertrauen kann.“
The Missionary Worker, 7. Mai 1902.
Montag, 24. Februar
2. „Worte ohne Erkenntnis“
Hiob 38,2
A. Wie tadelte Gott Hiob dafür, dass er von Dingen redete, von de-
nen er nichts wusste? Hiob 38,2
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„Die Geschichte, wie sie gewöhnlich studiert wird, beschäftigt sich mit
Heldentaten von Menschen, mit ihren Siegen auf dem Schlachtfelde,
mit ihren Erfolgen, um Macht und Größe zu erlangen. Gottes Wirken in
den Geschicken der Menschen verliert man aus den Augen. Nur wenige
erforschen das Auswirken seiner Absicht in dem Aufkommen und dem
Fall von Nationen. Auch die Theologie, wie sie studiert und gelehrt wird,
ist zu einem hohen Grade nur ein Bericht menschlicher Spekulation,
„der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand.“ Zu oft ist
der Zweck, warum man diese vielen Bücher anhäuft, nicht so sehr das
Verlangen, Nahrung für Geist und Seele zu erlangen als ein Ehrgeiz, mit
Philosophen und Theologen bekannt zu werden, ein Wunsch, das Chris-
tentum dem Volke in gelehrten Ausdrücken und Lehrsätzen vorzuführen.
Nicht alle Bücher, die geschrieben sind, dienen dem Zweck eines heili-
gen Lebens. „Lernet von mir,“ sagt der große Lehrer, „nehmet auf euch
mein Joch,“ lernet meine Sanftmut und Demut. Euer Stolz auf euren
Verstand wird euch nicht helfen im Umgang mit Seelen, die aus Mangel
an dem Brot des Lebens zugrunde gehen. Wenn ihr diese Bücher stu-
diert, so lasst ihr sie die Stelle der praktischen Lehren einnehmen, die
ihr von Christo lernen solltet. Mit den Ergebnissen dieses Studiums wird
das Volk nicht gespeist. Nur sehr wenig von den Forschungen, die den
Geist sehr ermüden, verleihen das was einem Menschen helfen wird,
ein erfolgreicher Arbeiter für Seelen zu sein.“
In den Fußspuren des großen
Arztes, S. 449.